Die Hauptaspekte

Die Winkelverbindungen (Aspekte) zwischen den Planeten, den sensitiven Punkten (Mondknotenachse, Lilith und Priapus) und den Häuserspitzen zeigen am deutlichsten, wie die Energien eines Horoskops zur Geltung gebracht werden. Das Aspektarium insgesamt gibt ein sehr genaues Bild von dem Spannungsfeld der Persönlichkeit mit ihren Begabungen und Bedürfnissen und den wichtigsten Lebensthemen. Dabei spielt die Genauigkeit des Aspekts (Orbis) eine große Rolle. Der Astrologe darf aber nicht nur das Grundhoroskop (Radix) in seiner üblichen Form berücksichtigen, er muß sich auch das Häuserhoroskop ansehen, in dem die Planeten und sensitiven Punkte nicht in den Zeichen, sondern in den Häusern gemessen werden.

Als Hauptaspekte werden jene Aspekte bezeichnet, die durch den Faktor 30 teilbar sind. Die Konjunktion stellt dabei mit dem Winkel 0° einen Sonderfall dar:

Halbsextil = 30 Grad, Sextil = 60 Grad, Quadrat = 90 Grad, Trigon = 120 Grad, Quincunx = 150 Grad, Opposition = 180 Grad.

Harmonische Aspekte (Trigon und Sextil) verbinden Energien, die immer zur selben Polarität (yang, yin) gehören.  Sie ermöglichen deshalb eine selbstverständliche Unterstützung der beteiligten Energien und bieten so ein großes Gefühl der Stabilität, bringen aber auch die Gefahr der Unbeweglichkeit mit sich. Außerdem können sie vorhandene Spannungsaspekte verstärken, wenn sie in deren Energien eingebunden sind.

Spannungsaspekte (Quadrat, Halbquadrat, Anderthalbquadrat) verbinden Energien miteinander,  die weder vom Element (Feuer, Erde, Luft, Wasser) noch von der Polarität (yang, yin) zusammen gehören. Sie sind deshalb auf der körperlich-vitalen Ebene unverträglich und müssen verinnerlicht gelebt werden. Sie fordern immer zu einer besonderen Anstrengung heraus und werden oft entweder in Form der Hemmung oder in Form der Übertreibung verwirklicht. Die Opposition, die von den Astrologen auch zu den Spannungsaspekten gezählt wird, nimmt eine Sonderstellung ein, denn ihre Pole besitzen nur eine Spannung im Element. In der Dynamik (kardinal, fix, veränderlich) und vor allem in der Polarität (yang, yin) besteht eine Gemeinsamkeit.  Insofern ist es eigentlich nicht richtig, hier von einem Spannungsaspekt zu sprechen.

Veränderliche Aspekte (Quincunx und Halbsextil) verbinden Energien miteinander, die sich besonders fremd gegenüberstehen, weil sie weder vom Element (Feuer, Erde, Luft, Wasser), noch von der Dynamik (kardinal, fix, veränderlich)  und auch nicht von der Polarität (yang, yin) zusammen passen.  Sie zeigen eine zwingende Orientierung an und bringen immer dann Unruhe und Unsicherheit in das Leben, wenn ihre Energien in der gewohnten Weise nicht mehr gelebt werden können. Es muß dann unbedingt eine neue Manifestationsform gesucht werden, damit das Leben nicht auseinander fällt. Ein Halbsextil drängt sich dabei mit seiner Problematik sofort auf. Es kann eigentlich nicht übersehen werden. Bei einem Quinkunx müssen die beiden Pole dagegen ganz bewußt miteinander verbunden werden. Ansonsten droht hier ein Auseinanderbrechen des Horoskops (Riß im Gefüge).

Sind Planeten mehrfach aspektiert, so werden ihre Energien ganz unterschiedlich zur Geltung gebracht: im Zusammenwirken mit dem einen Planeten wird die Energie in der Form der Hemmung oder Übertreibung gelebt, im Zusammenwirken mit dem anderen Planeten in der Form der harmonischen Unterstützung, im Zusammenwirken mit dem dritten Planeten in der Form der Orientierung.

Im Grunde stellt also jeder Aspekt eine Lernaufgabe dar, der sich der Horoskopeigner stellen muß. Harmonische Aspekte erleichtern zwar zunächst das Leben, bringen aber auch die Versuchung mit sich, es nicht weiter zu vertiefen. Spannungsaspekte schaffen dagegen am Lebensanfang eine Menge Schwierigkeiten, sie führen den Menschen aber auch zur Verinnerlichung. Veränderliche Aspekte geben dem Leben langfristig eine Grundausrichtung.

Eine Konjunktion (0 Grad) verbindet mehrere Energien so, daß eine neue Mischform entsteht, die immer untrennbar gemeinsam gelebt wird. Es ist eigentlich nicht möglich, eine Konjunktion zu verdrängen. (Ähnlich wirken sich die Planetenstellungen in den Tierkreiszeichen und Häusern aus, vor allem wenn sie mitten im Tierkreiszeichen bzw. genau an der Häuserspitze stehen.)

Eine Opposition (180 Grad) schiebt oft eine Energie teilweise oder auch ganz zum gegenüberliegenden Pol (Tierkreiszeichen) und vermischt dort die beiden nach der Elementelehre ja zusammenpassenden Energien. Diese werden dann aufgrund der Elemente-Spannung zunächst immer etwas übertrieben gelebt und passen insofern nicht ganz zur Realität. Oppositionen können sich allerdings nur dann problemlos vermischen, wenn auch die beteiligten Planeten bzw. sensitiven Punkte vom Element  zusammenpassen. Sie wirken so wie Konjunktionen, wobei die Zeichen- und Häuserstellung mit in die Verbindung einfließen. Besteht jedoch zwischen den Planeten bzw. sensitiven Punkten ein Spannungsverhältnis, forden Oppositionen oft dazu heraus, die eine Seite gegen die andere auszuspielen.

Für den Horoskopeigner stellt sich als Lernaufgabe, daß Situationen im Leben gesucht werden müssen, die gleichzeitig beiden Polen entsprechen. Die eine Energie ist dann die selbstverständliche Ergänzung der anderen. Solche Situationen finden sich leichter auf einer seelisch-geistigen oder einer spirituell-religiösen Manifestationsebene. Auf der vital-körperlichen Manifestationsebene gibt es oft nur die Möglichkeit des Nacheinander, so daß je nach Situation erst der eine und danach der andere Pol eingesetzt wird, wobei die gegenüberliegende Energie aber immer gut im Blick bleiben muß.

Es muß dabei sowohl ein extremes Verhalten vermieden werden als auch der Versuch, sich an einem Pol auf Kosten des anderen fest zu halten. Aus diesem Grund bedeuten Oppositionen immer eine gewisse Anstrengung, die aber deutlich geringer ist als bei den anderen Spannungs-Aspekten. Oppositionen fordern zu einem Sowohl - Als auch heraus. Der Horoskopeigner könnte hier auch von einem Extrem ins andere fallen, allerdings nur, wenn die beteiligten Planeten bzw. sensitiven Punkte sehr verschieden sind. Eine nicht richtig gelebte Energie wird dann häufig auf andere Menschen (oft mit Ausreden und Schuldzuweisungen) übertragen (Projektion).

Energien, die im Quadrat (90 Grad) zueinanderstehen, gehören immer zu einem anderen Element und zu einer anderen Polarität und können deshalb nur unter großen Schwierigkeiten miteinander ausgeglichen werden. Treffen sie aufeinander, so fordern sie sich zunächst gegenseitig heraus, so daß jede Energie auf Kosten der anderen (oft im Wechsel miteinander) gelebt werden will. Der Horoskopeigner erlebt damit intensiv die Widersprüchlichkeit des Lebens. Quadrate sind in ganz besonderer Weise Streit-Aspekte, die den Horoskopeigner zu Projektionen verleiten. Das Durchhalten dieser Spannung und gleichzeitig die Suche nach neuen Verbindungsmöglichkeiten der beteiligten Energien stellt das eigentliche Problem dar. Dadurch bringen Quadrate eine große Dynamik in unser Leben. Sie sind einerseits ein starkes Kraftpotential, geben uns aber andererseits trotzdem oft das Gefühl, als sei das Leben zu schwer.

Quadrate betonen wie die Oppositionen das Sowohl - Als auch einer Situation, allerdings unter erschwerten Umständen. Dieser Anspruch der Quadrate, das scheinbar Unmögliche miteinander zu verbinden, motiviert nun den Horoskopeigner, draußen im Leben nach Gelegenheiten zu suchen, wo er diese starken Energien gleichzeitig gemeinsam unterbringen kann. Da ein solcher Platz nicht leicht zu finden ist, hat ein Quadrat sehr viel mit Arbeit und Mühe zu tun und ist oft ein Hinweis auf eine mögliche Berufswahl. Eine Lösung des Problems kann aber imer nur durch eine Verinnerlichung der beteiligten Energien gefunden werden.

Kann der Horoskopeigner die beteiligten Energien nicht gleichzeitig ohne Beeinträchtigung zur Geltung bringen, dann wird ein Quadrat oft in der Weise gelebt, daß eine Energie so stark übertrieben wird, daß sie letztlich zerstörerisch wirken muß. Das Quadrat wird dann zu einem Entweder-Oder-Aspekt, wo die nicht gelebte Energie als Schattenseite aggressiv abgelehnt wird und wo man andere Menschen, die diese verdrängte Energie ihrerseits in einer übertriebenen Form leben, geradezu anlockt, um ihnen ihre Übertreibungen (als Ausrede) zum Vorwurf zu machen.

Aus solchen Projektionen entstehen die typischen Psychospiele im Drama-Dreieck der Transaktionsanalyse. Die entsprechende nicht gelebte Schattenrolle wird dann von einem oder mehreren Gegenspielern übernommen. Alle Spieler befinden sich abwechselnd in einer der vier Rollenpositionen. Am Ende solcher Auseinandersetzungen haben immer alle Beteiligten das Gefühl der Sinnlosigkeit (Depression).

Anmerkung: Das Drama-Dreieck der Transaktionsanalyse ist eigentlich ein Drama-Viereck mit den neurotischen Lebensrollen von Opfer, Retter, Verfolger und Chaot.

Dieser leidvolle Weg der Frustration ist jedoch unvermeidlich. Er soll zu einer neuen Verbindung der beteiligten Energien führen, so daß sie am Ende auf einer tieferen Manifestationsebene gleichzeitig und im Einklang mit der Realität gelebt werden können. Ein solcher Weg konnte von dem Horoskopeigner als Kind im Elternhaus nicht gelernt werden. Deswegen spricht man in der Transaktionsanalyse von der Notwendigkeit einer Neuentscheidung.

Einen Sonderfall stellen Quadrate dar, die Planeten oder sensitive Punkte miteinander verbinden, die zum gleichen Element gehören (z.B. Sonne Quadrat Jupiter). Hier verstärken sich die beteiligten Energien in aller Regel gegenseitig, wobei von den Zeichen bzw. Häusern, in denen die Energien stehen, ein Zeichen bzw. ein Haus in den Schattenbereich geschoben wird. 

Ein Transit-Quadrat sträubt sich im besonderen Maße gegen eine Fortsetzung des Lebens, so wie es der Horoskopeigner bisher gewohnt war. Es ist ein Streit-Aspekt, mit dem der Horoskopeigner immer seinen Gewohnheiten irgendwie in die Quere kommt. Quadrate im Transit stoßen deshalb auch gern impulsiv Veränderungen an, indem sie dazu auffordern, eine neue Manifestation zu suchen, und wirken insofern positiv. Kann sich der Horoskopeigner nicht auf solche Veränderungen einlassen, dann führen Quadrate lediglich zu Resignation, Streit und Zerstörung oder zu psychosomatischen Beschwerden.

In Beziehungen wirken Oppositionen und vor allem Quadrate am Anfang oft faszinierend. Sie haben eine Seite an sich, die geradezu zur Verliebtheit herausfordert, weil sie als Schattenenergien nach entsprechenden Stärken des Partners verlangen bzw. mit ihren Übertreibungen die Schattenseite des Partners kompensieren. Nach relativ kurzer Zeit werden sie aber sehr anstrengend und zermürbend. Es zeigt sich nämlich im Alltag sehr schnell, daß es schwierig ist, mit solchen verdrängten bzw. übersteigerten Energien auf Dauer ein gemeinsames Leben durchzuhalten.

Quadrate und andere Spannungsaspekte haben Aufforderungscharakter. Die beteiligten Energien werden anstrengend gelebt. Es muß ständig ein Weg zur Verinnerlichung gesucht werden. Daher entsprechen Spannungsaspekte in ihrer Wirkung ungefähr den Energien von Saturn.

Ein Trigon (120 Grad) zeigt an, daß sich die beteiligten Energien, die sich nur in der Dynamik unterscheiden, in einer selbstverständlichen Weise unterstützen. Es entsteht ein Gleichgewichtszustand, der dem Horoskopeigner das Gefühl vermittlelt, mit dem Leben gut zurecht zu kommen. Er fühlt sich hier selbst dann innerlich sicher, wenn die äußeren Umstände für ihn sehr ungünstig sind. Das Problem der Trigone besteht aber darin, daß der betreffende Mensch dazu neigt, sich in dieser Sicherheit passiv auszuruhen.

Ein Sextil (60 Grad) bringt eine harmonische Ergänzung mit sich. Die beteiligten Energien gehören immer Elementen an, die sich gut miteinander verbinden lassen (Erde/Wasser oder Luft/Feuer), unterscheiden sich aber in der Dynamik. Sie vermitteln damit eine Erfahrung, wo die eine Energie die andere problemlos unterstützt bzw. entwickelt. Der Horoskopeigner kann sich also diesen Bereich seines Horoskops ohne größere Anstrengungen aktiv aneignen, so daß dabei nicht die Gefahr der Entgleisung einer der beteiligten Energien besteht.

Wichtige Anmerkung:

Trigone oder Sextile bedeuten nicht, daß der Horoskopeigner an dieser Stelle im Einklang mit der Realität lebt. Sie zeigen nur an, daß sich hier Energien in einer selbstverständlichen Weise miteinader verbinden. Damit gewinnt der Horoskopeigner eine größere Stabilität im Leben, so daß Verhaltensmuster länger durchgehalten werden können. Diese Verhaltensmuster können aber aufgrund von Spannungsaspekten von Planeten oder sensitiven Punkten, die ihrerseits im Horoskop mit Trigon- bzw. Sextil-Aspekten verbunden sind, durchaus neurotisch sein. Sie werden dann durch diese harmonischen Aspekte sogar wesentlich verstärkt und bekommen zusätzlich das Problem einer zu großen Selbstverständlichkeit. Hat der Horoskopeigner allerdings durch Leiderfahrungen gelernt, sein Horoskop zu verinnerlichen und damit seine Spannungsaspekte auszugleichen, so werden die Energien, die durch Trigone und Sextile miteinander verbunden sind, automatisch mit in diese Harmonie hineingenommen.

Trigone und Sextile haben Stabilitätscharakter. Die beteiligten Energien verbinden sich mit großer Selbstverständlichkeit. Sie sorgen für ein Harmoniegefühl im Leben. Dabei entsprechen Trigon und Sextil in ihrer Wirkung ungefähr den Energien von Jupiter.

Der Quincunx (150 Grad) verbindet nach Element, Polarität und Kreuz ganz verschiedene Energien miteinander und symbolisiert deshalb eine Spannung, die dazu führen kann, daß das Horoskop hier auseinander fällt. Astrologen sprechen deshalb manchmal von einem möglichen "Riß im Gefüge". Insofern bildet die Energieverbindung eines Quincunxes immer die notwendige Grundlage für die Integration des Horoskops, die aber trotzdem nicht selbstverständlich gegeben ist.

Kann einmal eine Quincunx-Spannung nicht mehr gelebt werden, so wird der Horoskopeigner plötzlich von einer unstillbaren Sehnsucht erfüllt, die sein ganzes Denken, Fühlen und Planen in Anspruch nimmt. In diesem Fall wird der Quincunx zum wichtigsten aller Aspekte, der die Energien von allen übrigen Bedürfnissen des Horoskops geradezu abzieht. Der Horoskopeigner spürt unbewußt, daß ihm die gefährlichste Desintegration droht, wenn es ihm nicht gelingt, diese ganz verschiedenen Energien wieder zu verbinden. Er kommt erst dann zur Ruhe, wenn er einen neuen Weg gefunden hat, diese Energieverbindung in der Realität zu leben. Eine solche Aufgabe stellt sich für Menschen oft in der Lebensmitte.

In Partnerschaften vermitteln genaue Quincunx-Aspekte die Grundorientierung für ein gemeinsames Leben und geben ein starkes Gefühl für die Notwendigkeit, eine Lösung für diese Spannung zu finden. Allerdings können an dem Unvermögen, Quincunxe gemeinsam zu leben, Partnerschaften auch zerbrechen.

Das Halbsextil (30 Grad) verbindet Energien mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, jedoch so, daß die eine Energie ständig die andere im Sinne einer Korrektur im Blick hat. Halbsextile wirken zwingender als Quincunxe. Sie sind Ja-Aber-Aspekte, sie fordern zu Kompromissen heraus, wollen aber trotzdem als eine Einheit gelebt werden. Der Horoskopeigner erkennt auf diese Weise besonders gut die Verschiedenartigkeit und die Widersprüchlichkeit des Lebens. Wie beim Quincunx gehören die beteiligten Energien unterschiedlichen Elementen, Polaritäten und Kreuzen an. Ein Halbsextil wirkt wie eine Konjunktion mit gegensätzlichen Zeichen und Häusern im Hintergrund. Die Wirkung ist immer (auch im Transit) stärker als beim Quadrat.

Quincunx und Halbsextil haben Orientierungscharakter. Die beteiligten Energien bilden für eine bestimmte Zeit die selbstverständliche Lebensgrundlage des Horoskopeigners. Langfristig lenken sie das Leben auf ein neues Gleis. Dabei entsprechen Quincunx und Halbsextil in ihrer Wirkung ungefähr den Energien von Neptun und Uranus (Umorientierung).

Vielleicht kann zum Verständnis der Aspekte folgendes Bild eine Hilfestellung geben:

Vergleicht man das Leben mit einem Zelt, dann stellen Quincunxe und Halbsextile das Gestänge dar, also die selbstverständliche Lebensgrundlage. Trigone und Sextile (und die Opposition) bilden die Zeltplane, unter der wir sicher und beschützt leben können. Quadrate, Halbquadrate und Anderthalbquadrate symbolisieren die Befestigungen und Abspannleinen, an denen ständig gearbeitet werden muß, damit die Zeltplane gut gespannt bleibt. Unser Leben bekommt damit Weite und Freiheit. Wird die Arbeit an den Abspannleinen (Spannungsaspekten) nicht ordentlich erledigt, dann brechen eines Tages auch die Gestänge (Lebensgrundlagen) weg und das Zelt (Haus des Lebens) stürzt zusammen.

Wichtige Anmerkung:

Die Astrologen interpretieren die Aspekte eines Horoskops im allgemeinen Aspekt für Aspekt und versuchen anschließend eine Art Gesamtbild der Persönlichkeit zu zeichnen, das aber zwangsläufig dann sehr unintegriert erscheint. Die von mir entwickelte Gestalt-Astrologie geht anders vor. Nach dieser Lehre haben die Hauptaspekte (Opposition, Quadrat, Trigon, Sextil, Quincunx und Halbsextil,) eine strukturierende Funktion, das heißt sie konstituieren in Verbindung mit der Neptunenergie bzw. der Uranusenergie die neurotischen Lebensrollen von Opfer, Retter, Verfolger und Chaot bzw. die diesen Lebensrollen zugrundeliegenden gesunden Lebensgrundeinstellungen von  Anpassung (Rücksicht), Hilfe, Selbstbehauptung (Zielstrebigkeit) und Lebensfreude (Erfindung). Sie werden also unter Umständen zum Dreh- und Angelpunkt des ganzen Horoskops, wobei die übrigen Energien des Horoskops der jeweils skriptführenden Energie entweder als Unterstützung oder als Differenzierung zugeordnet werden.

 

Rolf Freitag, Schule für Psychologische Astrologie in Heiligenhaus, 2011

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